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Theobromin oder was Schokolade giftig macht

  • Autorenbild: Guido
    Guido
  • 8. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

 

Theobromin ist ein Inhaltsstoff der Kakaobohne und für Hunde (sowie Katzen) hochgradig giftig. Während Menschen dieses Alkaloid schnell abbauen, fehlt Hunden ein entscheidendes Enzym in der Leber.  Sowie auch Koffein,

Koffein gehört wie Theobromin zur Gruppe der Methylxanthine.

 

Warum ist es gefährlich?

  • Langsamer Abbau: Die Halbwertszeit von Theobromin beträgt beim Hund etwa 17,5 Stunden. Das bedeutet, selbst nach dieser Zeit ist noch die Hälfte des Giftes im Körper vorhanden. Bei regelmäßiger Gabe kleiner Mengen kann es sich also gefährlich anreichern (kumulative Wirkung).

  • Wirkung: Es wirkt als Stimulans auf das Nervensystem, den Herzmuskel und die Nieren.


Toxische Dosen (Richtwerte)

Die Gefahr hängt extrem vom Kakaoanteil ab. Je dunkler die Schokolade, desto lebensgefährlicher: 

 

  • Weiße Schokolade: Praktisch kein Theobromin.

  • Vollmilchschokolade: Ca. 2,3 mg/g.

  • Zartbitterschokolade (50-70%): Ca. 5–20 mg/g.

  • Backkakao / Bitterschokolade (90%): Bis zu 26 mg/g. 

 

Faustregel: Milde Symptome treten ab 20 mg/kg Körpergewicht auf; ab 100 mg/kg kann die Dosis tödlich sein. Für einen kleinen Hund (z. B. 5 kg) kann bereits eine halbe Tafel Zartbitterschokolade tödlich enden. 

 

Symptome einer Vergiftung

Erste Anzeichen zeigen sich meist 2 bis 4 Stunden nach der Aufnahme: 

 

  1. Leicht: Unruhe, starkes Hecheln, erhöhter Durst, Erbrechen, Durchfall.

  2. Schwer: Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Muskelzittern.

  3. Lebensbedrohlich: Krampfanfälle, Atemnot, Koma, Herzstillstand. 

 

 

Was tun im Notfall?

Wenn Dein Hund Schokolade gefressen hat, warten Sie nicht auf Symptome. 

 

  • Sofort zum Tierarzt: Innerhalb der ersten 2 Stunden kann der Arzt den Hund sicher zum Erbrechen bringen.

  • Aktivkohle: Kann helfen, das Gift im Darm zu binden.

  • Verpackung mitnehmen: So kann der Arzt die genaue Giftmenge berechnen. 

 

 


 

*Quelle :

 

 

Für eine nötige Einschätzung, benötigt der Tierarzt drei Angaben:

 

  1. Das Gewicht Ihres Hundes (in kg).

  2. Die Schokoladensorte (Weiß, Vollmilch, Zartbitter, Edelbitter oder Kakaopulver).

  3. Die gefressene Menge (in Gramm – eine Standardtafel hat meist 100g, ein Rippchen ca. 10g).


 

 

Beispiel: 3 Riegel Rum Traube Nuss

 

Dies ist eine ernste Situation, da hier gleich drei Gefahrenquellen für Ihren Hund zusammenkommen: 

 

Theobromin aus der Schokolade, Weintrauben/Rosinen, die für Hunde hochgradig giftig sein können und Alkohol, der aber nur in sehr geringer Menge.

 

Eine ca. Risikoanalyse (basierend auf der Standardsorte  Rum Trauben Nuss):

 

1. Gefahr: Theobromin (Schokolade)

Rum Trauben Nuss ist eine Vollmilchschokolade (Kakaoanteil ca. 30 %).

 

  • Theobromin-Gehalt: ca. 2 mg pro Gramm Schokolade.

  • Gesamtmenge: Bei 3 Riegeln (ca. 36 g) hat Ihr Hund ca. 72 mg Theobromin aufgenommen.


Einschätzung nach Gewicht:

 

  • Hund 5 kg: Die Dosis liegt bei ca. 14 mg/kg. Das ist im Bereich der ersten Vergiftungssymptome (Unruhe, Herzrasen). Zusammen mit den Rosinen ist das ein Notfall.

  • Hund 20 kg: Die Schokoladendosis ist geringer (ca. 3,6 mg/kg), aber das Risiko durch die Rosinen bleibt bestehen.

 

 

2. Gefahr: Rosinen (Trauben)

Im Gegensatz zu Schokolade gibt es bei Rosinen keine sichere Untergrenze. Bei empfindlichen Hunden können bereits kleinste Mengen (ca. 10–15 g pro kg Körpergewicht) zu akutem Nierenversagen führen.

 

  • 3 Riegel (ca. 12 g pro Riegel = 36 g Schokolade) enthalten eine relevante Menge an Rosinen.


3. Gefahr: Alkohol (Rum)

Obwohl meist nur Rumaroma oder geringe Mengen echter Rum verwendet werden, belastet Alkohol den Hundekörper zusätzlich.


Was Du jetzt tun must:

 

  1. Rufe sofort denTierarzt oder eine Tierklinik an. Sagen Ihm am Telefon: "Mein Hund hat ca. 36g Vollmilchschokolade mit Rosinen gefressen."

  2. Nicht abwarten: Die Rosinenvergiftung zeigt sich oft erst nach 24 Stunden durch Nierenversagen – dann ist es oft zu spät. Der Tierarzt kann den Hund innerhalb der ersten 1-2 Stunden erbrechen lassen, um die Giftaufnahme zu stoppen.

  3. Beobachten: Achte auf Hecheln, Zittern, Erbrechen oder übermäßigen Durst.


Koffein

gehört wie Theobromin zur Gruppe der Methylxanthine und ist für Hunde (und Katzen) hochgradig giftig. Hunde reagieren wesentlich empfindlicher auf Koffein als Menschen, da sie den Stoff nur sehr langsam über die Leber abbauen können. 


Toxische Dosen beim Hund (Richtwerte)

Bereits moderate Mengen können lebensbedrohlich sein:


  • Erste Symptome: ab ca. 20 mg pro kg Körpergewicht.

  • Schwere Vergiftung: ab ca. 40–60 mg/kg.

  • Tödliche Dosis (LD50): ca. 120–150 mg/kg


Zum Vergleich: Eine einzige Tasse Kaffee kann bereits bis zu 100 mg Koffein enthalten, was für einen kleinen Hund (5 kg) bereits eine gefährliche Dosis darstellt. 


Symptome einer Koffeinvergiftung

Die Anzeichen treten meist sehr schnell auf (innerhalb von 30 bis 60 Minuten): 


  • Herz-Kreislauf: Massives Herzrasen (Tachykardie), Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck.

  • Nervensystem: Extreme Unruhe, Zittern, Hyperaktivität bis hin zu Krampfanfällen und Kollaps.

  • Verdauung: Erbrechen und Durchfall.

  • Sonstiges: Erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie) und verstärkter Harndrang. 


Gefahrenquellen im Alltag

Nicht nur Kaffee ist riskant. Besonders hohe Koffeinkonzentrationen finden sich in:


  • Kaffeepulver und Kaffeesatz: Viel konzentrierter als aufgebrühter Kaffee.

  • Energydrinks und Cola: Enthalten oft zusätzliche Stimulanzien wie Guarana.

  • Teeblätter / Teebeutel: Enthalten Teein (identisch mit Koffein).

  • Koffeintabletten/Diätpillen: Schon 1–2 Tabletten können für kleine Hunde tödlich sein.

     

Wichtiger Unterschied zu Schokolade: Während Schokolade oft wegen des Fettgehalts verzögert verdaut wird, gelangt reines Koffein (z. B. aus verschüttetem Kaffee oder Tabletten) sehr viel schneller in den Blutkreislauf


Warum sind sie für Hunde toxisch?

Die Toxizität beruht auf drei biologischen Mechanismen, die den Körper des Hundes massiv stimulieren: 


  • Adenosin-Antagonismus: Sie blockieren Rezeptoren, die normalerweise beruhigend auf das Nervensystem wirken.

  • Phosphodiesterase-Hemmung: Dies führt zu einem Anstieg von cAMP (einem Botenstoff), was Herzschlag und Muskelkontraktion verstärkt.

  • Kalzium-Einstrom: Sie erhöhen die Kalziumkonzentration in den Zellen, was die Kraft der Muskeln (insbesondere des Herzmuskels) steigert.


Wichtiger Hinweis:

Methylxanthine durchlaufen den enterohepatischen Kreislauf (werden über die Galle wieder in den Darm abgegeben) und können sogar über die Blasenwand zurück in den Körper resorbiert werden. Deshalb empfehlen Tierärzte im Notfall neben Aktivkohle oft das Legen eines Blasenkatheters oder sehr häufiges Gassigehen. 


**Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verstanden werden. Bei akuten Vergiftungsanzeichen eines Tieres sollte umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden.


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