Der Mythos vom „bösen“ Getreide – Was die Wissenschaft wirklich sagt und was dein Hund wirklich braucht
- Mandy

- 25. Feb.
- 6 Min. Lesezeit

Hallo liebe Hundefreunde,
wenn man heute durch die Futtergänge der Zoofachgeschäfte geht oder online nach der besten Ernährung für seinen Vierbeiner sucht, springt einem ein Begriff fast überall in großen Lettern entgegen: Getreidefrei.
Es scheint sich in den letzten Jahren eine unausgesprochene eiserne Regel etabliert zu haben: Getreide ist der Feind im Napf. Viele Hundehalter stehen verunsichert vor den Zutatenlisten und haben ein schlechtes Gewissen, wenn Reis, Hirse oder Hafer aufgeführt sind. Man will ja schließlich nur das Beste für seinen Partner mit der kalten Schnauze.
Wir bei Rudelglück möchten heute einmal tief durchatmen, die lauten Emotionen aus diesem Thema nehmen und ganz sachlich schauen: Stimmt das eigentlich? Ist der Hund wirklich der reine Fleischfresser, als der er im Marketing oft dargestellt wird?
Hol dir einen Kaffee oder Tee. Wir tauchen heute in die Genetik, die Verdauung und die Futtermittelherstellung ein. Am Ende wirst du genau wissen, was dein Hund braucht, und was nicht.
1. Der Wolf im Wohnzimmer? Ein Blick in die Genetik
Das häufigste und vermeintlich logischste Argument der Getreide-Gegner lautet: „Der Wolf frisst auch kein Getreide.“ Das ist für den Wolf in den Wäldern Kanadas oder den Karpaten absolut richtig (den vorverdauten Mageninhalt seiner Beutetiere einmal ausgenommen). Aber unser Haushund, egal ob er ein zierlicher Malteser oder ein kräftiger Labrador wie unser virtueller Partner Balu ist, ist eben kein Wolf mehr. Er hat sich seit über 15.000 Jahren an der Seite des Menschen entwickelt. Und das betrifft nicht nur sein Aussehen und sein Verhalten, sondern massiv auch sein Inneres.
Die bahnbrechende schwedische Studie
Um diese Frage endgültig zu klären, lohnt sich ein Blick nach Schweden. Der renommierte Genetiker Erik Axelsson von der Universität Uppsala veröffentlichte im Jahr 2013 eine weitreichende Studie im internationalen Top-Fachmagazin Nature. Axelsson und sein Team verglichen das Erbgut von Wölfen mit dem von Haushunden und fanden den genetischen Beweis für die Anpassungsfähigkeit unserer Vierbeiner.
Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf drei wesentliche Schritte der Stärkeverdauung und machten verblüffende Entdeckungen:
Das AMY2B-Gen (Amylase): Dieses Gen ist für die Produktion von Amylase in der Bauchspeicheldrüse verantwortlich, das Enzym, das Stärke (Kohlenhydrate) aufspaltet. Während Wölfe in der Regel nur über exakt zwei Kopien dieses Gens verfügen, hat sich die Anzahl bei unseren Hunden im Laufe der Domestikation drastisch erhöht. Hunde besitzen im Durchschnitt vier bis dreißig Kopien dieses Gens! Sie produzieren also ein Vielfaches an Amylase.
Maltase-Glucoamylase (MGAM): Auch dieses Enzym, das für den weiteren Abbau von Stärke im Darm wichtig ist, wird bei Hunden durch genetische Mutationen deutlich effizienter gebildet als beim Wolf.
Glukosetransport (SGLT1): Zu guter Letzt stellten die Forscher fest, dass Hunde mutierte Gene besitzen, die es ihnen ermöglichen, die aus der Stärke gewonnene Glukose viel effektiver über den Darm in die Blutbahn aufzunehmen.
Die wissenschaftliche Erkenntnis: Der Hundekörper ist genetisch hervorragend darauf vorbereitet, Kohlenhydrate und Stärke zu verdauen und als wertvolle Energiequelle zu nutzen. Der Schritt vom reinen Fleischfresser (Karnivor) hin zum Fleisch-Allesfresser (Karni-Omnivor) war ein entscheidender evolutionärer Vorteil, der es Hunden ermöglichte, sich von den stärkereichen Abfällen der frühen menschlichen Landwirtschaft zu ernähren.
2. Auf die Qualität kommt es an: Gutes Getreide vs. billiger Füllstoff
Wenn die Wissenschaft belegt, dass Getreide verdaut werden kann, warum hat es dann heute so einen extrem schlechten Ruf?
Die Antwort liegt nicht in der Natur, sondern in der Futtermittelindustrie. In vielen hochverarbeiteten, billigen Trockenfuttern wurde und wird Getreide über Jahrzehnte hinweg als reiner Sattmacher und kostengünstiger Füllstoff missbraucht. Wenn ein Futter zu 70 % aus minderwertigem Weizenabfall oder Futtermais besteht, nur um die Gewinnmarge des Herstellers zu erhöhen, belastet das den Organismus des Hundes massiv. Daraus resultierten Übergewicht, Allergien und Verdauungsprobleme.
Die Industrie reagierte auf den Unmut der Kunden mit dem radikalen Label "Getreidefrei", ersetzte den Weizen aber oft einfach durch riesige Mengen an Kartoffeln, Erbsen oder Tapioka, was ernährungsphysiologisch nicht zwingend besser ist. Dabei wurde vergessen zu differenzieren. Getreide ist nicht gleich Getreide.
Die wertvollen Kohlenhydrate
Wenn wir von Getreide sprechen, meinen wir nicht den billigen Futterweizen. Wir sprechen von hochwertigen, naturbelassenen Kohlenhydratquellen:
Vollkornreis: Hochgradig verdaulich, liefert langanhaltende Energie und ist extrem allergenarm.
Hirse: Ein echtes Superfood. Hirse ist von Natur aus glutenfrei, schont Magen und Darm und ist reich an Kieselsäure, was für ein glänzendes Fell und gesunde Krallen sorgt.
Hafer: Liefert wertvolle B-Vitamine und Ballaststoffe, die eine gesunde Darmflora aufbauen und pflegen.
Wenn Balu nach der anstrengenden Verlorensuche auf der Futterschleppe schnelle Energie für seine Muskeln und sein Gehirn braucht, sind genau diese aufgeschlossenen Kohlenhydrate ein optimaler und gesunder Kraftstoff.
3. Der eigentliche Feind: Wie das Futter hergestellt wird
Es geht also nicht nur um das Was, sondern vor allem um das Wie. Ein Hund kann Getreide im Rohzustand nicht verwerten; es muss "aufgeschlossen" (z. B. durch Hitze oder mechanische Zerkleinerung) werden. Der eigentliche Schlüssel zu einer gesunden Ernährung und der Grund für viele Unverträglichkeiten liegt in der Herstellungsart des Futters.
Das Problem der Extrusion
Die meisten handelsüblichen Trockenfutter werden „extrudiert“. Bei diesem Verfahren werden die Zutaten unter extremem Druck und bei sehr hohen Temperaturen (oft 120°C bis 140°C) durch Düsen gepresst. Das Problem: Durch diese immense Hitze werden die natürlichen Vitamine, Enzyme und sekundären Pflanzenstoffe nahezu vollständig zerstört. Das Futter ist danach quasi "tot". Um es wieder nahrhaft zu machen, müssen am Ende synthetische Vitamine und oft künstliche Aromen aufgesprüht werden. Zudem verändert die Extrusion die Struktur der Kohlenhydrate. Ein extrudiertes Krokett quillt im Magen des Hundes oft auf das Zwei- bis Dreifache seiner Größe an. Das belastet den Magen extrem und erhöht besonders bei großen Hunden das Risiko einer lebensgefährlichen Magendrehung.
Die naturnahe Alternative: Kaltpressung
Wir bei Rudelglück setzen aus tiefer, eigener Überzeugung auf kaltgepresstes Futter. Bei diesem schonenden Verfahren werden die hochwertigen Zutaten vorher getrocknet, gemahlen und dann bei sehr niedrigen Temperaturen (meist nur ca. 40°C bis maximal 50°C) in ihre Form gepresst.
Der Unterschied ist immens:
Natur pur: Die Struktur der Rohstoffe bleibt erhalten. Natürliche Vitamine, Mineralien und die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe gelangen genau so in den Napf, wie die Natur sie vorgesehen hat. Der Körper kann diese viel besser verwerten als synthetische Ersatzstoffe.
Magenfreundlich: Ein kaltgepresstes Pellet quillt im Magen nicht auf. Wirf mal ein kaltgepresstes Stück Futter in ein Glas Wasser: Es zerfällt innerhalb kurzer Zeit wieder in seine mehligen Bestandteile. Genau das passiert im Magen. Das Futter passiert den Verdauungstrakt schonend und auf natürlichem Weg.
4. Das Fundament: Das mineralische Gleichgewicht
Mandy und ich haben mit Rudelglück eine ganz klare Mission. Wir mussten unsere geliebten Hunde Thor und Loki viel zu früh durch Krebs verabschieden. Diese schmerzhafte Erfahrung ist der Motor für alles, was wir heute tun. Wir möchten, dass niemand seinen Hund durch falsche Ernährung, falsche Behandlung oder Unwissenheit an Krankheiten verliert.
Wenn wir heute unsere Hündinnen Saxa und Skadi voller Energie und Gesundheit sehen, wissen wir, dass alles im Napf beginnt. Und hier liegt der wichtigste Punkt überhaupt, der weit über die Frage nach Getreide hinausgeht: Das mineralische Gleichgewicht.
Stress, Umweltbelastungen, chemische Zusätze und minderwertiges Futter bringen den Körper des Hundes oft in eine chronische Übersäuerung. Ein übersäuerter Körper ist ein Nährboden für Entzündungen, Allergien und ernsthafte Erkrankungen. Das Immunsystem arbeitet ständig am Limit.
Das Konzept von Reico, das unsere Hauptsäule bildet, setzt genau hier an. Durch eine einzigartige, mikronisierte Algenmischung wird dem Körper geholfen, den Säure-Basen-Haushalt wieder in Balance zu bringen. Mineralien werden in einem organischen Zustand geliefert, den die Zellen sofort erkennen und nutzen können.
In einem solchen balancierten, basischen Körper arbeitet die Verdauung perfekt. Und genau dort ist ein moderater Anteil an hochwertigem, aufgeschlossenem und kaltgepresstem Getreide kein Feind, sondern ein hervorragender, natürlicher Energielieferant.
5. Lass dich nicht verrückt machen
Getreide ist per se nicht böse. Die Genetik deines Hundes ist seit Jahrtausenden darauf eingestellt, es zu verwerten.
Böse sind billige Füllstoffe, chemische Zusätze und Herstellungsprozesse, die der Nahrung das Leben entziehen. Wenn die Basis stimmt, die Rohstoffe hochwertig sind, das Futter schonend kaltgepresst wurde und der Organismus im mineralischen Gleichgewicht ist, machst du mit einem Futter, das gesunde Kohlenhydrate enthält, alles richtig. (Natürlich gibt es auch Hunde, die aus spezifischen medizinischen Gründen komplett getreidefrei ernährt werden müssen, auch hierfür gibt es exzellente, naturnahe Lösungen).
Das Wichtigste ist: Hör auf dein Bauchgefühl und schau dir deinen Hund an. Ein glänzendes Fell, klare Augen, stetige Energie im Training und ein ruhiger, entspannter Output sind die besten wissenschaftlichen Beweise, die du brauchst.
Du bist unsicher, was aktuell bei euch im Napf landet? Du möchtest wissen, ob dein Hund vielleicht von einer Umstellung auf kaltgepresste, naturnahe Kost profitieren würde?
Nutze unsere kostenlose Futterberatung. Wir schauen uns die individuellen Bedürfnisse deines Hundes ganz unverbindlich und mit viel nordischer Gelassenheit an. Wir erklären dir gerne genau, wie du die Etiketten richtig liest. Wir verkaufen nichts, wovon wir nicht zu 100 % überzeugt sind.
Gemeinsam für ein gesundes Rudel!


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